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Ist Bambus wirklich so nachhaltig?

Im Allgemeinen gilt Bambus als ökologischer Rohstoff. Die Herstellung von Bambusgewebe unter Verwendung giftiger Chemikalien wirft jedoch Umwelt- und Gesundheitsbedenken auf und kann daher nicht als umweltfreundlich angesehen werden. Zirka 90% der Textilien aus Bambusfasern, sind in Wirklichkeit aus Bambuszellulose gewonnenen Chemiefasern – nämlich Bambusviskose.

Bambus ist, ausgenommen von Europa und der Antarktis, auf jedem Kontinent beheimatet. Bambus wächst verhältnismässig schnell und ohne Düngung, speichert viel Wasser, bindet viel CO2 und ist damit ein vielversprechender Rohstoff für Konsumgüter. Wird er allerdings zur Herstellung von Textilien verwendet,  ist die Umweltfreundlichkeit des Produkts aufgrund des Herstellungsverfahrens nicht mehr gegeben.

Die Fäden der Bambustextilien bestehen nämich, entgegen der allgemeinen Annahme, nicht aus Bambusfasern, sondern aus Viskose, welche aus der Bambus-Zellulose hergestellt wird. Dass die Zellulose vom Bambus stammt, ist, was das Endprodukt angeht, zweitranging. Es lässt sich nämlich die Zellulose jeder Pflanze oder jedes Baumes in gleicher Weise zu Viskose verarbeiten, wobei das Ergebnis, nämlich eine künstiliche Chemifaser, immer identisch ist.

Der Betrug am Kunden besteht also zum einen darin, dass dieser meint, es handele sich um eine Textilie aus Naturfasern. Viskose ist jedoch eine künstliche Faser, welche zudem in einem problematischen chemischen Prozess gewonnen wird. Dabei werden Bambusblätter und Holztriebe mit starken chemischen Lösungsmitteln wie Natriumhydroxid und Schwefelkohlenstoff aufgelöst, wobei die fasrige Struktur der Zellulose zerstört wird. Die dabei entstehende Masse ist die Grundlage der Textilfaser Viskose. Die Annahme, dass Bambustextilien umweltfreundlich seien, ist aufgrund der bei der Produktion zum Einsatz kommenden Chemikalien nicht mehr haltbar, da diese schwerwiegende gesundheitliche Probleme verursachen können und sehr umweltschädlich sind.

Zudem vermarkten viele Unternehmen fälschlicherweise die Textilien aus Bambus damit, dass sie die antimikrobiellen Eigenschaften der Bambuspflanze behalten. Diese Annahme entspricht jedoch nicht der Realität. Wenn Bambus als Zellulosequelle für Viskose verwendet wird, zerstören die aggressiven Chemikalien die natürlichen antimikrobiellen Eigenschaften der Bambuspflanze. Damit ist das resultierende Gewebe nicht antimikrobiell.

Der Verbraucher wird somit systematisch getäuscht, indem ihm vorgegaukelt wird, dass es sich bei einer Bambus-Textilie um ein natürliches, umweltfreundliches und im Idealfall auch noch antimikrobielles Produkt handelt. Dem ist im Fall von Bambusviskose leider nicht so. Wer eine nachhaltige Textilie kaufen möchte, muss also beim Kauf sehr genau hinschauen.

Es gibt beispielsweise auch Bambustextilien, welche nicht chemisch, sondern mechanisch hergestellt werden. Das Resultat nennt sich dann Bambusleinen, wobei das Verfahren das gleiche umweltfreundliche Verfahren ist, mit dem Leinen aus Flachs oder Hanf hergestellt wird. Textilien aus Bambusleinen werden jedoch nur in sehr geringem Umfang hergestellt, da dieser Herstellungsprozess, im Vergleich zum chemischen Verfahren, teuer und arbeitsintensiver ist.

Fazit

Nachhaltig“, „Umweltfreundlich“, „Ethisch“,… sind heutzutage Trendwörter. Dies spiegelt das verstärkte Bewusstsein für die Probleme wieder, mit denen zukünftige Generationen aufgrund vergangener und aktueller umweltzerstörenden Praktiken konfrontiert sind.

Diese Trendwörter werden in Marketingkampagnen sehr aktiv benutzt. Viele Unternehmen und Marken behaupten, dass ihre Produkte nachhaltig und umweltschonend sind, damit die Nachfrage nach „grünen“ Produkten und Dienstleistungen befriedigt ist.

Aber werden diese Produkte den Ansprüchen tatsächlich gerecht? Und wie können wir als Verbraucher nachhaltige Produkte identifizieren?

Wer nachhaltig und fair leben möchte, muss sich Zeit nehmen, sich zu informieren. Auch als nachhaltig vermarkte Produkte sowie deren Herstellungsverfahren müssen zudem immer hinterfragt werden.

Genau dieses Ziel verfolgt auch unser Blog. Wir haben die Aussagen über die Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit der Textilien aus Bambusfasern hinterfragt und herausgefunden, dass es sich in der Regel um einen Betrug am Verbraucher handelt, da die derzeit auf dem Markt angebotenen „Bambus“-Textilien fast immer nur aus in einem chemischen Prozess gewonnen künstlichen Faser (Viskose) bestehen.

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Veröffentlicht von

Franzi, Inhaberin von baleco
Franzi, baleco

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