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Geschenke nachhaltig verpacken

Warum auf gewöhnliches Geschenkpapier verzichten?

EEs gibt keine genaue Angaben über den Geschenkpapiermüll in Deutschland, aber eine grobe Einschätzung ist möglich: Wenn jeder Deutscher ca. 100 Gramm Geschenkpapier im Jahr verwenden würde, dann ergibt das etwa 8000 Tonnen Müll.

Leider ist der Großteil des konventionellen Geschenkpapiers, der Bänder, Schleifen, bunten Kärtchen und der Geschenktüten unter den meisten Umständen nicht recycelbar. Veranwortlich dafür ist die glänzende, laminierte Oberfläche der Geschenkverpackungen. Das Gleiche gilt für Papier mit Metallic – oder Glitzeroberfläche. Funkelnde Geschenkboxen und mit Glitter verziertes Dekor sorgen zwar für ein festliches Aussehen. Aber
Glitzer ist ein Albtraum für die Meeresbewohner. Der meiste Glitzer besteht aus geätztem Aluminium, das an Polyethylenterephtalat (PET) befestigt ist, einer Art Mikroplastik, das Wasser und Boden verunreinigen kann.

Außerdem ist die Herstellung der Geschenkverpackungen fast immer sehr energieaufwändig. Dabei kommen immer noch toxische Druckfarben zum Einsatz, die tierische Komponente, Palmöl oder genmodifizierte Inhaltsstoffe enthalten.

Geschenkverpackungen machen uns nur eine kurze Freude. Danach beeinträchtigen sie unter Umständen langfristig  unsere Umwelt, das Klima und die Gesundheit. Das ist Motivation genug, um über nachhaltigere Alternativen nachzudenken.

Geschenkpapier selber machen

Wer nicht auf Geschenkpapier verzichten möchte, für den haben wir ein paar hilfreiche Tipps. Denn mit etwas Geschick und ein paar guten Ideen verbessert sich der ökologische Fußabdruck mit Leichtigkeit!

DIY-Geschenkpapier lässt sich ganz nach seinem Geschmack basteln – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Nachhaltig wird es vor allem dann, wenn man Dinge “upcycelt”, also einem Papier, Pappe, Karton,… ein zweites Leben schenkt.

Dazu sammelt man einfach Verpackungsmaterialien jeglicher Art. Es eignen sich beispielsweise Kartons und Schachteln, alte Karten für einen wunderschönen Vintage-Look, bunte Magazine, Zeitungen, Poster, Packpapier usw. alles, was sich als Geschenkpapier umwandeln lässt. Es gibt verschiedene Techniken, welche sich zum Gestalten eignen: Durch Drucken, Stempeln, Zeichnen, Sticken, Stanzen oder Kleben lassen sich rafinierte Effekte erzielen. Vorallem Zeitungen, alte Land- oder Stadtkarten können aber auch direkt verwendet werden, um Geschenke nachhaltig zu verpacken.

Neben dem Geschenkpapier ist auch der Einsatz von Klebeband zu überdenken. Oft reicht einfach eine Schnur oder ein Band, was sich je nach Material auch immer wieder verwenden lässt.

Das Wiederverwenden und Upcycling ist immer nachhaltiger, als Dinge neu zu kaufen. Wer Geschenkpapier dennoch lieber kaufen möchte, sollte sich für Anbietern entscheiden, die einen besonderen Wert auf faire und umweltschonende Herstellung des Geschenkpapiers legen.

Umweltfreundliches Geschenkpapier

Grundsätzlich sollte man “made in Germany” bevorzugen, da die Transportwege relativ kurz sind und somit der CO2 Fußabdruck geringer ist. Ein Beispiel ist das Social StartUp PlanetPaket. Sie stellen Geschenkpapier in Deutschland, fair, nachhaltig und sogar nach dem Cradle to Cradle Druckverfahren her. Solche Unternehmer achten darauf, dass alle Bestandteile der Lieferketten bei dem Geschenkpapier-Produktionszyklus fair, klima- und umweltverträglich gestaltet sind.

Zusätzlich helfen die „Forest Stewardship Council (FSC)“ und „der Blaue Engel“ Siegel zu erkennen, ob das Papier aus einer nachhaltigen Forstwirtschaft stammt oder ob der größte Teil des Papiers aus recyceltem Material (z.B. Altpapier) hergestellt wurde.

Geschenkpapier entsorgen

Es herrscht viel Unsicherheit darüber, in welche Tonne man das Geschenkpapier entsorgen sollte. Ist Geschenkpapier Altpapier? Und gehört es in die blaue Tonne? Die Antwort ist eher nein, fast nie. Wie schon erwähnt: Glänzendes konventionelles Geschenkpapier bzw. Papier mit Kunststofflacken oder Folien, auch Papiere mit Aufklebern und/oder Stickern sind oft mit vielen Kunststoffen beschichtet und damit nicht mehr recycelbar. Deswegen muss Geschenkpapier in der Regel mit dem Restmüll entsorgt werden. 

Geschenkverpackung aus Stoff – Zero Waste

Wenn du schon bereit bist, Geschenkpapier aufzugeben und etwas Neues auszuprobieren, dann probiere doch mal Geschenke in Stoff zu verpacken. Stoff ist sehr flexibel und strapazierfähig. Anders als Papier kann der Stoff jedoch immer wiederverwendet werden.

Den Ursprung hat das Verpacken in Stoff in der japanischen Tradition. Furoshiki und hat eine mehr als 1.200 Jahre alte Geschichte. Während sich diese Technik im Laufe der Zeit weiterentwickelt hat, ist dessen einfacher Ursprung doch erhalte geblieben. Furoshiki ist dank seiner vielseitigen Falttechniken universell einsetzbar. Es wird heute zum Verpacken und Transportieren von Gegenständen oder Essen verwendet. 

Vor einem guten halben Jahrhundert ist Furoshiki in Japan aus der Mode gekommen. Moderne Plastiktüten und Papier ersetzten die Tücher. Doch als umweltfreundliche Zero-Waste Methode wurde Furoshiki in den letzten Jahren quasi wiederentdeckt. Man sagt, das recycelbare Mehrzweck Furoshiki veranschaulicht die japanische Philosophie des Mottanai: Ein Gefühl des Bedauerns, etwas verschwendet zu haben.

Die in Deutschland produzierten Bio-Baumwoll Furoshiki-Tücher können auf vielfältige Weise verwendet werden und sind auch eine nachhaltige Alternative zu Papier-Geschenkverpackungen. Dem Geschenkempfänger steht es frei die Geschenkverpackungen aus Stoff weiter zu verschenken, oder selbst zu benutzen: als Halstuch oder Gesichtsmaske, dekorativ als Tischdecke oder durch einfaches Knoten als Tasche.

Einer der entscheidenden Vorteile der Verwendung eines Stoffs ist die Fähigkeit, unterschiedliche Belastungen aufzunehmen. Die Tücher geben uns zahlreiche Möglichkeiten durch die simplen Formänderungen kreative Bindevarianten zu schaffen. Und da sie in der Regel durch einfaches Knoten fixiert werden, sind keine Schleifen oder Bänder oder gar Klebeband nötig.

Durch Jahrhunderte des Experimentierens sind derzeit im Internet dutzende etablierter Faltenmethoden vorhanden, welche je nach dem  unterschiedliche Effekte erzielen. Mit den Tutorials kann man schnell lernen, wie man mit Furoshiki verschiedene Gegenständen verpackt. 

Dekor – Ohne Plastikmüll

Der grosse Berg an nicht recyclebarem Abfall entsteht nicht nur durch Geschenkpapier, sondern auch durch Plastikschleifen oder -bänder. Es gibt zahlreiche wunderschöne Alternativen, wie Geschenke gebunden werden können. So lassen sich Stoffbänder oder Bommel aus Wolle oder Garn anschliessend wieder verwenden. Es ist auch eine schöne Idee Bänder oder andere Illustration von Hand auf die Verpackung zu zeichnen. 

In der Natur finden sich ebenfalls kreative und individuelle Dekorationen: Blumen, Blätter, (Tannen)zweige, getrocknete Beeren oder sogar Nüsse, Muscheln und Zapfen. Ob natur oder noch mit Farbe verziert, geben sie dem Geschenk eine inidviuelle Note. 

Ob aus dem eigenen Fundus zuhaus oder aus der Natur: es gibt so viele verschiedene Wege, Geschenke nachhaltig zu verpacken und zu verzieren. Auch das Internet gibt uns unzählige Inspirationen dafür.

Fazit zu nachhaltigem Geschenkpapier

Es ist nicht nur das Geschenk ansich, welches Freude bereiten soll. Auch mit der individuellen und vielleicht auch kreativen Verpackung kann der Schenkende seine Wertschätzung ausdrücken und den Beschenkten erfreuen.

Wer selbst nicht gern basteln möchte oder kann, hat aber auch einige Möglichkeiten seine Geschenke nachhaltig zu verpacken. Sei es umweltfreundliches Geschenkpapier oder die noch nachhaltigeren Geschenktücher. Das schöne an den Geschenkverpackungen aus Stoff ist nicht nur, dass sie erstmal etwas Neues für uns sind und völlig ohne Kleben oder Binden von Schleifen auskommen. Sie sind zudem nicht nur wiederverwendbar und damit Mehrweg und sondern auch Mehrzweck, was den Beschenkten doppelt freuen wird.

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Veröffentlicht von

Franzi, Inhaberin von baleco
Franzi, baleco

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